Hier soll versucht werden eine fiktive Woche darzustellen, in der viele alltägliche und besondere Aktivitäten und Vorkommnisse beispielhaft erzählt werden. Dies geschieht aus der Sicht der Schulsozialarbeiterin.
Montag:
7.45 Uhr ist der Schulhof schon ziemlich voll, viele Schülerinnen und Schüler sind schon da, sie freuen sich freunde, Lehrerinnen und Lehrer zu treffen.
Aufgeregt kommt die Mutter von X. auf mich zu, sie könne diese Woche nicht den einen Euro für die Koch-AG bezahlen, ihr Mann hat kein Geld mehr. Ich beruhige sie und sage, dass X. natürlich mit kochen dürfe, sie soll das Geld einfach nachreichen.
8.00 Uhr die schule hat begonnen, im Büro waren E-Mails und Anrufe. In der Pause fragt mich die Klassenlehrerin der Klasse 6, ob ich am Nachmittag mit zu einem Hausbesuch komme. Der Schüler Y. ist im Unterricht ziemlich unkonzentriert, er erzählt er könne nachts nicht schlafen, es ist immer laut in der Wohnung. Ich werde mitkommen. Jetzt muss ich mich vorbereiten, glich beginnt die Koch-AG.
8 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-4 sind bei mir in der Gruppe und wollen „kochen“ lernen. Heute gibt es Gemüsesuppe, die Kinder sollen Gemüse kennenlernen, schälen und in Stücke schneiden. Für fast alle eine sehr schwierige Aufgabe. Ich versuche allen gerecht zu werden und so viel Hilfe zu geben wie nötig, damit alle hinterher ein Erfolgserlebnis haben.
Am Nachmittag fahre ich mit der Klassenlehrerin zu der Familie von Y. Hier treffen wir auf eine alleinerziehende Mutter mit 5 Kindern. Y. ist der Älteste und muss schon viel im Haushalt mithelfen. Die Wohnung ist sehr klein und die Mutter scheint überfordert zu sein. Y. braucht dringend mehr Struktur und Ruhe. Ich biete der Mutter Hilfe zur Kontaktaufnahme mit dem Kommunalen Sozialen Dienst an, vielleicht bekommt sie hier Unterstützung in Erziehungsfragen. Ganz nebenbei erzählt sie auch von ihren finanziellen Problemen, ich gebe ihr den Tipp mal zur Mettmanner Tafel der Diakonie zu gehen.
Dienstag:
Heute findet das monatliche Dienstagsgespräch mit der Abteilung 4.2.1 im Mehrgenerationenhaus statt. Dieses dient der Personalanbindung, der Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen des Sachgebiets und des Austausches unter den Fachkräften.
Schule und Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen können so besser aufeinander abgestimmt werden. Auf dieser Basis finden regelmäßig gemeinsame Aktionen statt, z.B. „Girls Day“, Ferienprogramme, Mädchentag.
Mittwoch:
Gleich morgens fibt es große Aufregung, eine Schlerin der Klasse 10, ist aus ihrer Wohngruppe wegegelaufen, weil dort keiner mehr „nett“ zu ihr ist. Völlig verzweifelt sitzt sie nun in meinem Büro. Ich rufe die Wohngruppe an und gebe Entwarnung, da Z. wohlbehalten bei mir sitzt. Danach spreche ich mit Z. . wir versuchen zu klären, warum es dort so eskaliert ist und was ihr jetzt helfen könnte. Mittags ist das Problem lang nicht mehr so groß und Z. will wieder mit den Mitarbeitern der WG reden. Ich gebe ihr noch die Nummer von der Suchtbeauftragten der Caritas mit, da ihr Freund wohl Probleme damit hat.
13.15 Uhr die Mädchen von der Betreuung kommen in die Küche, es ist Team. 8 Mädchen aus den Klassen 7-9 treffen sich einmal die Woche am Nachmittag, um sich auszutauschen. Die Mädchen sind Mitarbeiterinnen im Projekt verlässliche Grundschule „Kästner Stübchen“. Hier werden ca. 20 Kinder der benachbarten Grundschule und der Förderschule von 11.30 – 13.00 Uhr betreut. Im Team erzählen die Mädchen von ihren Diensten, von Freuden, von Schwierigkeiten, berichten neue Ideen und vieles mehr. Bei einem gemeinsamen Mittagessen erzählt es sich leichter und die Mädchensind stolz auf ihre Aufgaben und die Verantwortung. Nach dem Essen wird noch gemeinsam in dem Gruppenraum nach dem Rechten geschaut und schon die nächste Aktivität geplant.
Donnerstag:
Heute Morgen ist „Elternfrühstück“. Einmal im Monat treffen sich von 8 – 12 Uhr Eltern zum gemeinsamen Frühstück und Austausch. In gemütlicher Runde erzählen sie von ihren Kindern, von Sorgen und Nöten. Drei Mütter haben entdeckt, dass sie Kinder mit dem ADHS-Syndrom haben und sind froh nicht alleine zu sein, nun tauschen sie eifrig Tipps und Ideen aus. Gerne werde auch ich zu pädagogischen Problemen angesprochen.
Danach fahre ich zum Baubetriebshof der Stadt Mettmann, hier sind 3 Schüler der Klasse 9 zurzeit im Betriebspraktikum. Diese Jugendlichen brauchen noch zusätzliche Unterstützung zu den besuchen der Klassenlehrerin. Ihnen fällt es nicht so leicht ein Praktikum durchzuhalten und deshalb unterstütze ich sie. Ich versuche die Jugendlichen zu motivieren und spreche mit den Anleitern.
Am Nachmittag findet die Lehrerkonferenz in der Förderschule statt. Dort nehme ich regelmäßig teil, um das gesamte Schulgeschehen mit zu bekommen.
Freitag:
Heute habe ich Dienst im „Trainingsraum“. Diese Einrichtung der Schule soll helfen Konflikte zu lösen. Schülerinnen und Schüler lernen hier in einer sehr reizarmen Umgebung über ihr Verhalten nachzudenken und werden angehalten einfache Regeln im Umgang miteinander zu respektieren und auszuüben. Der Trainingsraum ist in der Regel täglich von 10 – 11.30 Uhr von Lehrkräften und mir besetzt.
Mittags treffe ich mich mit der Lehrerin der Klasse 4, wir werden gemeinsam mit der Klasse auf Klassenfahr gehen.